An der Generation Z kommt man nicht vorbei
Gm. des Institut für Generationenforschung ist die Zahl der Studien zur Generation Z inzwischen unüberschaubar groß geworden. Bekanntlich umfaßt die Generation Z Personen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Da die GenZ im Jahr 2024 folglich ein Alter zwischen 14 und 29 Jahren erreicht, sind viele bereits ins Berufsleben eingetreten oder stehen kurz davor. Statista prognostiziert, dass die Generation Z im Jahr 2025 knapp 30 % der Belegschaft ausmachen wird. Es ist deshalb unumgänglich, sich mit ihr auseinanderzusetzen und für sein eigenes Unternehmen zu entscheiden, wie mit ihr umzugehen ist, was GenZ motiviert und demotiviert und welche Führungsansätze zweckmäßig sind.
Wofür steht Gen Z?
Mit Hilfe verschiedener empirischer Methoden wie Längsschnittstudien oder auch Kohortenanalysen zur Messung von Werteveränderungen über Generationen sind einige „Core Values“ der GenZ herausgefiltert worden, die weitgehend übereinstimmend als kennzeichnend akzeptiert werden. Zu nennen sind u.a.:
- Die „Vertreter“ der GenZ sind sog. digital natives, nahezu alle besitzen Smartphone und nutzen es intensiv, häufig geradezu exzessiv. Kommunikation über Chatbots spielen daher eine überragende Rolle.
- Diese Generation „lebt“ in der digitalen Welt. Es ist nachgewiesen, daß zunehmende Mediennutzung vor allem von mobilen Geräten mit Zunahmen von Narzissmus und Egoismus korrespondiert. Man spricht deswegen anstelle von GenZ auch von der „Generation Me" oder „Generation Look At Me". Da ein Kennzeichen der digitalen Welt die explosionsartige Informationsüberflutung ist, das menschliche Gehirn zu viele Informationen jedoch nicht sinnvoll verarbeiten kann, vertraut daher GenZ wie keine Generation vor ihr auf Influencer. Unternehmen tun daher gut daran, ihre Online-Präsenz sorgfältig daran auszurichten.
- Neo-Konservatismus ist das Kennzeichen der GenZ in der analogen Welt. Sie orientiert sich an den Werten ihres Elternhauses, vertraute Heimat und Verlässlichkeit haben hohe Priorität.
- Die Genz hat zu Eigentum und Besitz eine eigene Wertepriorität entwickelt, Eigentum und Besitz ist für sie in der Tendenz weniger entscheidungsrelevant. Angebote der Sharing-Economy wie Carsharing und Streamingdienste werden deshalb von der GenZ besonders aktiv genutzt.
Anforderungen GenZ an Unternehmen
Was läßt sich vor diesem Hintergrund über spezifische Erwartungen an Führung und Arbeitsumfeld der Generation Z ableiten? Beispielhaft seien aufgeführt:
- Der GenZ sind authentische sowie glaubwürdige Inhalte wichtig. Da sie sich aufgrund der völligen Reiz- und Informationsüberflutung in ihrer digitalen Welt auf die Focussierung „verlockender“ Informationen konditioniert hat, müssen die authentischen Inhalte zugleich schnell konsumierbar sein. Das Risiko ist nicht unerheblich, daß die GenZ sich ansonsten gar nicht erst mit Inhalten auseinandersetzt.
- Sinnstiftende Tätigkeiten werden erwartet.
- Traditionelles Karrieredenken hat an Bedeutung verloren.
- Trennung von Beruf und Freizeit wird gelebt, die berühmt berüchtigte Work-Life-Balance spielt eine dominate Rolle.
- Flexible Arbeitszeit- und Teilzeitmodelle sind attraktiv.
Es ist für Unternehmungen alternativlos, sich generationenadäquat zu positionieren. Es geht darum, die eigenen Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur entsprechend anzupassen, um diese Generation nicht nur zu gewinnen und zu integrieren, sondern auch langfristig an sich zu binden.
Wie will GenZ geführt werden ?
Die Literatur ist voll von Ansätzen „moderner Personalführung“, die GenZ-spezifische Erfolgsmodelle und -methoden anbieten. Stichworte wie
- agile Führung
- transformational leadership
- new work
- kollektive Führung
usw. sind Ihnen sicher schon begegnet. Wichtiger als vermeintlich neue Führungs-ansätze der Praxis anzudienen ist es, die konkreten Erwartungen der GenZ mit spezifisch daran ausgerichteten Angeboten zu adressieren.
Die folgenden 10 Vorgehensweisen werden sicher als konkrete, spezifische und attraktive Angebote seitens der Generation Z wahrgenommen:
Im Fokus steht in Anlehnung an Coaching die Förderung und die Festigung der Selbst-steuerung und -motivation der GenZ - Mitarbeiter durch unterstützende Führung statt eindimensionalen Top Down.
- Die Zielsetzung ist eindeutig und klar.
- Die Unternehmung schafft durch evidenz- und faktenbasierte Führung eine Kultur des Vertrauens, die den Mitarbeitern die gewünschte Verläßlichkeit und Sicherheit gibt.
- Eine ausgeprägt hierachische Führung schreckt ab. GenZ-Mitarbeiter suchen den direkten Dialog. Deshalb mit der Unternehmenskultur darauf vorbereitet sein, daß Führungskräfte direkt angesprochen werden.
Die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit ist gegeben und transparent.
- Die Kommunikation ist offen und wertschätzend.
- Mitarbeiter werden fair und respektvoll behandelt.
Kritik ist keine Einbahnstraße. Sie ist zulässig, konstruktiv und lösungsorientiert. Regelmäßiges Feedback ist gesucht.
- Digitale Tools zur Weiterbildung und Entwicklung der Persönlichkeit werden von GenZ- Mitarbeitern als attraktiv bewertet. Ihrer Affinität zur digitalen Welt wird Rechnung getragen, indem Lernangebote und -inhalte über Smartphone oder Tablet zeitflexibel abgerufen werden können. Durch verschiedene Formate wie Ton, Video, Schrift, Bild oder Grafik sind sie zugleich vertraut wie attraktiv.
Angebote flexibler Arbeitszeitmodelle wie Remote-Arbeit, Sabbatical, Arbeits-zeitkonto, aber auch Job-Sharing tragen dem Wunsch nach Work-Life-Balance Rechnung.